zitat des monats
ausgabe: zdm/(50)04/26 / april/2026


Text.

    "Es kostet Geld, Bösewichte zu töten."

                    (US-verteidigungsminister Pete Hegseth,
                    Washington, presskonferenz, 19.03.2026)(a).)

Kommentar.

    Ich vertraue darauf, dass das zitat richtig ist und auch korrekt übersetzt wurde. In einer welt, die mit fake news und lügen geschwängert ist, kann nicht mehr erwartet werden, dass die nachrichten, mit denen der bürger konfrontiert ist, im traditionalen sinn auch wahr sind. In der flut gegensätzlicher informationen muss als wahrheitsbeweis der bürger sich oft mit der tatsache abfinden, dass das zitat, hier Pete Hegseth zugeschrieben, mit dem erscheinungsbild des zitierten plausibel zusammenpasst, eine plausiblität, die als wahr im sinn von richtig gehändelt wird. Es gibt noch einen weiteren grund; denn es kann sinnvoll sein, den satz: "es kostet geld, bösewichte zu töten", einer analyse und einer synthetisierenden reflexion zu unterziehen, weil im sinn der trennung in analystischer absicht es zweckmässig ist, den satz in seiner allgemeinen form, also losgelöst von seinem sprecher, zu beurteilen.

    Der satz: "es kostet geld, den bösewicht zu töten"(b), ist logisch falsch. Drei bereiche menschlicher erfahrung sind mit dem satz berührt.

    1. das geld,
    2. das factum der tötung eines menschen,
    3. der begriff: bösewicht.

    Der satz, dass etwas geld koste, ist banal, von besonderem interesse aber könnte sein, dass es um viel geld gehe(c). Diesen aspekt lasse Ich auf sich beruhen.

    Die tötung eines lebewesens, zumal eines menschen, ist ein gewichtiges problem, und die frage, ob es gründe geben kann, dass der mensch einen menschen, der sein genosse ist, töten darf oder nicht, muss in raum und zeit immer wieder neu reflektiert werden, weil es ein faktum der erfahrung ist, dass menschen ihren genossen töten. Diese frage sollte in einem anderen kontext diskutiert werden.

    Das problem des satzes ist der begriff: bösewicht, problematisiert mit dem verweis auf das (grosse) geld(d).

    Um das problem der relationsbegriffe nachvollziehen zu können, ist die strikte trennung: klassenbegriff/relationsbegriff, zu beachten(e). Jeder klassenbegriff ist dadurch definiert, dass ein kriterium als differentia specifica benannt wird, mit den festgelegt ist, welche gegenstände in der klasse: rote bären, eingeordnet werden sollen. Die logik der relationsbegriffe, pars pro toto die begriffe: links/rechts, ist, dass die differentia specifica für den begriff: rechts, im begriff: links, verortet ist, vice versa(f). Um also sagen zu können, was rechts sein soll, muss gewusst werden, was links ist, aber, was ist dann links? - eben, das was rechts sein muss. Das argument mit den relationsbegriffen dreht sich also immer im kreis, aus dem der gedanke, was rechts, respektive links ist, nicht herausfallen kann. Im realen leben ist der gebrauch der relationsbegriffe unbestritten sinnvoll, und hiermit beginnt das problem mit den "bösewichtern", die Herr Hegseth "töten" will; denn wer ist der bösewicht? - Das ist die alte frage nach gut und böse und es ist die frage nach der differenz zwischen dem, was das böse sein soll, und dem, was das gute ist, entweder im blick auf das gute oder das böse(g),(h).

    Ich denke, dass das gute das böse ist, das jeder für sich erstrebt(i). Dieser satz löst aber nicht das problem, das im moment der gelebten gegenwart real gelöst werden muss, wenn klarheit darüber bestehen soll, was das individuum als ich: A, für gut oder für böse hält und der genosse: B, für böse oder gut. Was geleistet werden kann, und darüber ist im sinn von kompromissen ein konsens möglich, das ist, die struktur aufzuweisen, in der die unterscheidung: gut/böse, pragmatisch gehändelt werden kann(j) unter ausschluss jeder gewalt(k).

    Das problem des herrn Hegseth ist, dass er, d'accord, die mullahs im Iran für bösewichte hält, die eine gruppe von menschen sind neben anderen gruppen. Das ist seine meinung, der, abgestellt auf die politischen verhältnisse in den USA, die andere meinung entgegen gesetzt ist, die, d'accord, die ICE-agenten Trump's als die bösewichte identifiziert. Das bindeglied dieser meinungen ist das geld, das die gegensätzlichen auffassungen miteinander trennend verknüpft.
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(a)
zitiert nach: Westfälische Nachrichten. Münster, 20.03.2026, p.1 (Zitat). Wiederholt: p.5 (Hintergrund).         (a)<==// 
(b)
es sollte beachtet werden, dass dieser allgemeine satz nicht das zitat ist, gleichwohl die im satz fixierte sache die gleiche ist. Damit kann Ich weitgehend den aspekt ausblenden, was herr Hegseth gedacht hatte oder gedacht haben könnte, als er diesen satz äusserte. Seine private meinung, geäussert als kriegsminister, kann hier dahingestellt sein, weil der gegenstand meiner kritik ein anderer ist.       (b)<==// 
(c)
es wird berichtet, dass herr Hegseth, kriegsminister oder verteidigungsminister, beabsichtigt, beim Kongress 200mrd dollar für den von Trump vom zaun gebrochenen krieg gegen den Iran zu beantragen.       (c)<==// 
(d)
den aspekt: geld, klammere Ich in diesem kommentar aus, weil in der diskussion des begriffs: bösewicht, der faktor: geld, nachrangig ist.       (d)<==// 
(e)
//==>INDEX/register: stichworte: relationsbegriff und klassenbegriff.        (e)<==// 
(f)
dafür steht die redewendung: "rechts ist da, wo der daumen der hand links ist".        (f)<==// 
(g)
mit der zuordnung des terminus: bösewicht, meint Herr Hegseth offensichtlich die mullahs in Teheran/Iran. Ich bestreite nicht, dass die theokraten im Iran verbrecher sind(01), die aus der politischen macht entfernt werden müssen, wenn der frieden in der welt eine chance haben soll, aber, was sind die argumente, die den herrn Hegseth berechtigen könnten, diese menschen als "bösewichte" zu brandmarken? In diesem sinn ist der terminus: bösewicht, ein passpartout für alles und nichts.
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(01) fragment des monats: Überseht den theologen nicht ... . signatur: (023)fdm/22.023. (11/2022).          (g)<==//  
(h)
argument des monats: Die relationsbegriffe: gut und böse(2023). signatur: (41)01/23  07/2023)       (h)<==// 
(i)
der satz: das gute ist das böse, ist nicht umkehrbar.        (i)<==// 
(j)
dieser gedanke ist in seiner breite und tiefe hier nicht auszuführen und Ich beschränke mich auf die andeutung des problems in der fassung einer graphik(01). Sowohl das individuum als ich: A, als auch sein genosse: B, setzen ihre relationen zu den momenten: gut und böse, jeder in seiner perspektive. Das, worüber sie einen konsens herstellen müssen, das ist die auslegung und interpretation der relation: gut<==|==>böse,(02).
graphik: 001                                                              graphik: 002

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(01)
das problem habe Ich andernorts hinreichend erörtert(0*).
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(*1)
Der trialektische modus. Metaphysik und methode, 042:trial.modus, (der text ist fertig und wird im september 2026 publiziert(geplant).
(02)   lies: die relation (das) gut(e) relationiert abhängig (das) böse.        (j)<==// 
(k)
zum problem der gewalt andernorts en detail, //==>INDEX/register: stichwort: gewalt (und weitere einträge).       (k)<==//    
finis

eingestellt: 26.04.01.

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